Sea Gum - Fakten und Wissenswertes zur Seekrankheit

Die genauen Ursachen der Seekrankheit waren der Wissenschaft lange ein Rätsel. Lange Zeit wurde angenommen, dass die Seekrankheit mit der optischen Wahrnehmung zusammenhänge. Aber auch blinde Menschen leiden an der Seekrankheit. Britische Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass gehörlose Menschen, bei denen das Innenohr geschädigt ist, gegen Seekrankheit immun sind. Bei der Seekrankheit nehmen die Augen einen unbeweglichen, statischen Raum, wie eine Kabine wahr, während der Körper die Bewegungen durch das Wasser fühlt. Diese widersprüchlichen Informationen lösen Stress aus. Das führt dazu, dass große Mengen an Histamin frei werden. 

Berühmte Seefahrer und die Seekrankheit

Rund ein Drittel der Seefahrenden leidet an Seekrankheit. Besonders jüngere Menschen unter 30 Jahren sind betroffen. Sogar ein Fünftel aller professionellen Seeleute wird seekrank und auch berühmte Seefahrer wurden von der Übelkeit nicht verschont. Odysseus, aus der griechischen Mythologie, soll unter Seekrankheit gelitten haben, ebenso wie der römische Philosoph Cicero, der britische Admiral Nelson oder der österreichische Admiral Tegetthoff.

 

 

Für Heinrich Heine wurde das Leid zur Inspiration, denn auch er fühlte sich auf dem Wasser nicht besonders wohl. Während einer Fahrt auf der Nordsee litt der Dichter unter starker Übelkeit. Das war für ihn ein derart unvergessliches Erlebnis, dass er dieses in einem Gedicht verarbeitet hat. Sehnsüchtig beschreibt er darin seinen Wunsch, wieder einen Fuß auf Festland setzen zu können.

Kein Wellengang unter Wasser

Wer auf einem U-Boot zur See fährt, ist vor der Seekrankheit nicht gefeit. Denn auch Matrosinnen und Matrosen auf einem U-Boot können seekrank werden. Außer… das U-Boot taucht. Denn wo keine Wellen sind, kann man auch nicht seekrank werden.

 

Dabei gilt folgende Faustregel: Pro 1 Beaufort muss man 10 Meter tauchen, bei Sturm mit 10 Beaufort sind das dann 100 Meter. 

Manch Tier weiß sich zu helfen

Fische können seekrank werden. Schweine und Ratten dagegen, wissen sich zu helfen. In der k. u. k. Marine Österreich-Ungarn wurden Schweine häufig als Nahrungsmittel mit an Bord genommen. Seekrank wurden sie allerdings nicht, denn Schweine produzieren ein körpereigenes Enzym. Es hilft ihnen, das Histamin und somit den Auslöser der Übelkeit abzubauen. Ratten, die auch häufig auf Schiffen anzutreffen waren, werden zwar seekrank, erholen sich aber sehr rasch. Sie können im Körper selbst Vitamin C herstellen und damit das überschüssige Histamin abbauen.

 

Auch Menschen benötigen Vitamin C, um Histamin abzubauen und die Symptome der Seekrankheit zu lindern oder zu verhindern. Am besten hat man auf See immer einen Kaugummi mit Vitamin C griffbereit. Der Wirkstoff kann so über das Kauen rasch über die Mundschleimhaut aufgenommen werden und die Crew vor der Seekrankheit bewahren.

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