Seekrankheit therapieren - Tipps von Prof. Reinhart Jarisch

Bewohner*innen der Samoainseln setzen auf Natur pur, um die Seekrankheit vorzubeugen. Bevor sie von einer Insel zur anderen fahren, essen sie zwei Mangos. Dabei machen sie sich das enthaltene Vitamin C zu Nutze und bekämpfen damit die Übelkeit. Schmackhaft allemal, aber praktisch? Eher weniger. Darum kommen hier die „To Go - Tipps“ vom Experten:

Vorbeugen, auch ohne Medikamente

Seekrank kann man durch zu viel Histamin werden. Auf einem schaukelnden Schiff senden Muskeln, Gelenke und das Gleichgewichtsorgan Signale, die nicht zum optischen Eindruck passen. Diese widersprüchlichen Eindrücke lösen im Körper eine Stressreaktion aus und Histamin wird ausgeschüttet. Dann ist es ideal sich stehend am Schnittpunkt der Längs- und Querachse des Schiffes aufzuhalten. „Im Stehen kann man die Bewegungen des Schiffes ausgleichen. Außerdem sieht man im Vorhinein, welche Bewegungen das Schiff machen wird“, erklärt Prof. Jarisch in der Neuauflage des Klassikers „Histaminintoleranz. Ursachen, Symptome, Behandlung: Alles für ein beschwerdefreies Leben“.

Wenn die Navigation zum Kotzen ist

 

 

Beim Kartenlesen löst das Vorbeugen des Kopfes fast immer Übelkeit aus. Prof. Jarisch hat einen einfachen Tipp: „Beim Kartenlesen einfach nur den Blick und nicht den Kopf senken, gleichzeitig den Oberkörper möglichst aufrecht halten. Wer eine Gleitsichtbrille trägt, kennt das bestimmt. Es ist die gleiche Bewegung, wie durch den sogenannten „Nahteil“ der Brille zu schauen. Die Augen schauen nach unten, der Kopf bleibt dabei nach vorne gerichtet.

Die Übelkeit therapieren

Oft ist die Reiseübelkeit da, für Prävention ist es zu spät und die Crew braucht schnelle Hilfe. Dann gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die helfen können, die Seekrankheit zu bekämpfen.

 

Gegen die Seekrankheit gibt es verschiedene Reisetabletten in Form von Antihistaminika. Sie senken den Histaminspiegel nicht, sie blockieren den Histaminrezeptor. So kann das Histamin im Körper nicht andocken. Als Prävention müssen diese Präparate 1-2 Stunden vor Fahrtantritt eingenommen werden. Aber Achtung: Müdigkeit und Sehstörungen können die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen. 

 

Wer auf traditionelles Wissen von den Samoainseln vertraut, setzt auf das natürlich vorkommende Vitamin C. Möchte man das Vitamin C schlucken, sollte man dies einige Zeit vor Reiseantritt machen. Denn es dauert, bis das geschluckte Vitamin vom Körper aufgenommen wird. Schneller klappt es, wenn man das Vitamin in Form des Reisekaugummis Sea Gum einnimmt. Das ist nicht nur praktisch für unterwegs, sondern der Wirkstoff wird durch das Kauen auch schneller aufgenommen. Damit kann der Kaugummi aus der Apotheke auch noch bei aufkommender Übelkeit rasch helfen. Zusätzliches Plus: Die Müdigkeit bleibt aus und das Vitamin C kann für mehr Fitness sorgen. 

Auch Profis brauchen Hilfe

Prof. Jarisch weiß, dass Profis auch gerne rezeptpflichtige Scopolamin-Pflaster verwenden. Diese klebt man hinter das Ohr. Als Nebenwirkung kann eingeschränktes Nahsehen auftreten. Gerade bei der Kartenarbeit kann das jedoch hinderlich sein. Das gilt es bei der Einnahme zu beachten. 

 

Um die Seekrankheit erfolgreich vorzubeugen gilt also: Bewegungen am Schiff ausgleichen, Kopf gerade halten und den Blick stets nach vorne richten. Ist die Übelkeit da, braucht es eine Therapie. Bei der Auswahl eines geeigneten Mittels muss man sich vorab folgende Fragen stellen: Wie lange vor Fahrtantritt möchte ich das Mittel einnehmen müssen? Welche Nebenwirkungen sind für mich ok? Prof. Jarisch hat eine klare Empfehlung: Machen wir es wie auf den Samoainseln. Setzen wir auf lang bewährtes Vitamin C. Und das am besten in Form eines Kaugummis.

© Jarisch & Co

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